Auszeit vom Alltag: 3 ungewöhnliche Tipps für entspannte Momente

Auszeit vom Alltag – eigentlich so simpel und doch in den letzten Wochen für mich scheinbar unerreichbar. In diesem Moment sitze ich in meiner neuen Wahlheimat, dem Weserbergland, in meinem neuen Zuhause, im neuen Wohnzimmer auf dem neuen Sofa und schreibe an diesem Artikel. So glücklich ich über unsere Entscheidung als Familie bin, hier einen Neuanfang zu wagen, so herausfordernd war es auch – und ist es an manchen Tagen noch immer.

In meinem heutigen Beitrag möchte ich, wie versprochen, kurz über meine neue Situation berichten und auch davon, was mir wirklich geholfen hat, wieder bei mir anzukommen, und die innere Anspannung loszulassen. Zusätzlich habe ich dir aber auch 3 wunderbare Tipps für kleine Auszeiten vom Alltag mitgebracht, von denen du vermutlich noch gar nichts gehört hast.

Also lehne dich entspannt zurück und lass dich überraschen. Los geht’s …

Von Unsicherheit zu Erleichterung

Ein Gefühl von Vertrautheit und Zuhause zu empfinden, wenn um mich herum alles neu ist – selbst der größte Teil der Möbel -, kann durchaus überfordern. Ich möchte ganz ehrlich sein: In den ersten Tagen hier, nachdem die Möbel aufgebaut und alle Kartons ausgepackt waren, überkam mich ein leiser Hauch von Panik. Was haben wir nur getan? In meinem Kopf drehten sich alle Gedanken im Kreis. Wir haben alle Brücken hinter uns abgebrochen.

Natürlich waren wir alle erschöpft. Die Planung, Vorbereitung, Organisation und der Umzug über eine so große Distanz waren sehr stressig. Obendrauf kam noch ein plötzlicher Todesfall in meinem engsten Familienkreis. Das hat mir buchstäblich den Boden unter den Füßen weggezogen. Beruflich gilt es, mir vor Ort ein neues Netzwerk im Rahmen meiner Selbstständigkeit aufzubauen. Kurz: Es gab also einiges zu verarbeiten.

Das „Alte“ ist nicht mehr da, aber das „Neue“ greift auch noch nicht. In mir erzeugte das ein Gefühl, als würde ich in einem luftleeren Raum schweben, hätte alle Bodenhaftung verloren. Mein erster Impuls war: Ich verstecke mich einfach, wo mich niemand findet, und krabble erst wieder aus meiner Höhle, wenn alles „gut“ ist. Doch so funktioniert das Leben nicht.

Was hat mir geholfen?

Ganz klar die Frage: Was brauche ich jetzt gerade? Meine intuitive Antwort: Ruhe und Sicherheit! Somit war die Aufgabe klar. In den ersten Wochen schenkte ich mir selbst die Zeit, zur Ruhe zu kommen – auch in meiner Selbstständigkeit, was mir besonders schwerfiel. Ich habe sehr viel in meinem Journal geschrieben. So waren die kreisenden Gedanken aus meinem Kopf, und auf dem Papier ließen sie sich viel besser sortieren. Das Aufschreiben ist eines meiner Lieblingstools.

Zugleich galt es, herauszufinden, was mir gerade jetzt ein Gefühl von Sicherheit geben könnte. Ich war selbst erstaunt, denn das war erst einmal gar nichts Großartiges. Zurückzufinden in meine alltäglichen Routinen, half mir zum Beispiel sehr. Mich selbst wieder wichtig nehmen. Auch Routinen, die uns als Familie so lieb geworden waren, fanden so ihren Weg zurück in unseren Alltag.

Je sicherer ich mich fühlte, umso leichter fiel es mir, rauszugehen und meine neue Umgebung für mich persönlich und auch aus beruflicher Sicht zu erkunden. Bisher kam ich dadurch schon mit so wunderbaren Menschen ins Gespräch, mit tollen Visionen. Sogar erste gemeinsame Projekte haben wir bereits geplant. Und ich entdecke täglich mehr solch schöner Möglichkeiten.

Das macht mich sehr dankbar und hilft mir unfassbar, hier mehr und mehr anzukommen. Es sorgt dafür, dass ich erleichtert, erfüllt und zuversichtlich in die Zukunft sehe.

Schreiben – meine Leidenschaft und Heilung für die Seele

Schreiben zu können, bedeutet für mich, tief in mir zu sein, in mein Herz zu schauen, zu fühlen und auf Fantasiereisen zu gehen. Es ist meine ganz persönliche Form des kreativen Selbstausdrucks. Daher findest du bei mir nahezu keine reinen Fachartikel, sondern immer Wissen, geknüpft an meine eigenen tiefen Erfahrungen.

So richtete sich hier auch mein beruflicher Weg noch einmal viel klarer aus, meine Angebote werden konkreter. Was meine Arbeit noch viel mehr aus meinem Herzen fließen lässt. Und wenn dich das Schreiben auch wie Magie einfängt, schau dich gerne einmal hier und hier bei meinen neuen Ideen um.

Bisher habe ich viel online gearbeitet. Doch ich habe eine große Sehnsucht – wie viele andere Menschen gerade auch – nach echtem Kontakt, echten Verbindungen im „echten Leben“. Deshalb richte ich meinen Fokus im Moment viel mehr auf meine Arbeit hier vor Ort. Wenn du also auch im Weserbergland wohnst, schau immer mal wieder hier vorbei, um nichts zu verpassen.

Schreiben als Auszeit vom Alltag

Ja, auch das Schreiben kann für dich eine zauberhafte Auszeit vom Alltag bedeuten. Dafür musst du keine Autorin sein und auch nicht meine Leidenschaft teilen. Was du stattdessen brauchst, ist lediglich Offenheit und die Bereitschaft, dich auf dieses Neue einzulassen und dir bewusst ein wenig Zeit für DICH zu nehmen. Du wirst erstaunt sein, wie gut dir meine Tipps tun werden.

Du wirst spüren, wie nachweislich kreisende Gedanken in deinem Kopf leiser werden, sich dein Nervensystem beruhigt und dein gesamter Körper sanft herunterfährt. Du fühlst, wie deine Intuition anspringt – ähnlich einem wunderschönen Funkenregen -, wie dein inneres Kind wachgekitzelt wird und Vorfreude entsteht.

Lass dich einmal bewusst darauf ein. Ich selbst liebe diese Übungen wirklich sehr. Hier sind sie nun – meine 3 ungewöhnlichen Tipps für deine kleine Auszeit vom Alltag:

Schreibübung 1

Das unvollständige Logbuch

Beim Aufräumen des Dachbodens findest du ein altes, in Leder gebundenes Buch. Es ist das Logbuch eines Schiffes, das vor sehr langer Zeit spurlos verschwunden ist. Der letzte Eintrag bricht mitten im Satz ab.

„Auch heute (Tag 23) kein Land in Sicht. Die Mannschaft wird unruhig und die Stimmung auf dem Schiff kippt in Misstrauen. Die Vorräte nehmen weiter ab. Wind frischt auf – alle Segel sind gesetzt. Und dann – am Horizont taucht ein großer schwarzer Schatten auf, nicht identifizierbar. Er bewegt sich auf das Schiff zu. Umrisse sind zu erkennen, es könnte ein großer Vogel sein. Doch dafür scheint es fast zu groß. Es kommt näher. Ein Drache! Groß. Schwarz. Seine Haut schimmert dunkelblau im Sonnenlicht. Er überfliegt das Schiff ein paar Mal. Plötzlich ……. „

Deine Aufgabe: Schreibe diesen Eintrag zu Ende. Was passierte wohl in den letzten Minuten an Bord? Tauche bewusst tief in die Handlung ein, lass Bilder vor deinem inneren Auge entstehen. Fühle, was die Männer auf dem Schiff beim Anblick des Drachens gefühlt haben könnten. Und dann lass deine Fantasie fliegen …..

Schreibübung 2

Schreiben in Café’s

Nimm dir bewusst etwas Zeit nur für dich allein, lege dein Lieblingsnotizbuch und einen schönen Stift in deine Tasche und gehe ins Café um die Ecke (oder ein Café deiner Wahl). Nimm in einer gemütlichen Ecke Platz und beobachte das Treiben dort, während du es dir gut gehen lässt.

Wichtig: Achte bei deinen Beobachtungen nicht auf die augenscheinlichen Dinge, sondern auf kleine versteckte Details, das nicht so Offensichtliche. Zum Beispiel auf die Vorfreude auf den leckeren Cappuccino im Blick der älteren Dame. Was sie wohl gerade denkt? Oder auf die Aufmerksamkeit eines Herren, der seiner weiblichen Begleitung dezent den Stuhl unter den Hintern schiebt (like a gentleman), was heutzutage eher selten zu sehen ist. Vielleicht auch auf den verträumten Blick einer jungen Frau aus dem Fenster, während sie ihren Kaffee genießt. Wo ist sie wohl gerade mit ihren Gedanken? Kannst du an ihrer Mimik erkennen, ob es etwas Positives zu sein scheint, in das sie sich hineinträumt?

Deine Aufgabe: Lass deinen Gedanken freien Lauf. Skizziere in deinen eigenen Worten das Treiben im Café so, als müsstest du ein Bild malen. Verwende Metaphern, also eine Bildsprache, als würdest du einem blinden Menschen die Situation und Umgebung beschreiben, inkl. der Geräusche und Düfte. Stelle dir vor, du würdest deine Notizen anschließend jemandem vorlesen. Könnte er/sie sich genau dieses Szenario im Café vorstellen?

Schreibübung 3

Der bedeutsame Ort

Erinnere dich bewusst an einen Ort, der einen großen Einfluss auf dich hatte. Das kann ein Ort sein, der sich im Laufe der Zeit verändert und dich mit seinen Wandlungen berührt hat. Oder denke an einen Ort, der dich verändert hat. Es kann genauso ein „innerer Ort“ sein, den du während einer Meditation oder in einem Traum besucht hast.

Deine Aufgabe: Schreibe den Namen dieses Ortes in die Mitte deines Papiers, umkreise ihn und mache ein Cluster dazu, indem du alle Assoziationen drumherum aufschreibst, die dir einfallen. Denke dabei daran, wie du dich an diesem Ort gefühlt hast. Beschreibe in einzelnen Worten, welche Veränderungen dadurch passiert sind, sei es bei dir selbst oder an dem Ort und in seiner Umgebung, Details, an die du dich intensiv erinnerst. Vielleicht auch Emotionen. Umkreise auch diese Worte und verbinde sie durch Linien mit dem Namen des Ortes in der Mitte deines Blattes.

Nun gilt es, aus diesen einzelnen Worten eine kurze Erinnerungs-Geschichte zu schreiben. Versuche, möglichst alle Wörter deines Clusters darin vorkommen zu lassen. Und wenn du magst, bewahre dir diese wunderschöne Kurzgeschichte auf, wie einen Logbucheintrag deines Lebens.

Zu guter Letzt

Ich verspreche dir, diese kleinen Schreibübungen holen dich sofort aus deinem Alltag. Und du wirst spüren: Beim Schreiben entsteht Magie.

Intuitives kreatives Schreiben kann durchaus Lebensfreude steigern. Deshalb finde ich den Begriff „Passion Writing“ so treffend. Leidenschaftliches Schreiben kann dich positiv erfüllen, dein Herz öffnen und dich auf deine eigenen Bedürfnisse hören lassen, Demut erzeugen und dein Wohlbefinden fördern. Ja, genau das ist es, was das Schreiben für dich tun kann.

In meinen kommenden Workshops arbeiten wir genau mit diesen Möglichkeiten. In Kürze gebe ich die ersten Termine bekannt. Falls du nicht in meiner direkten Umgebung wohnst – keine Sorge, es wird auch ein Online-Angebot geben.

Lass mir bitte unbedingt einen Kommentar da, was diese Übungen mit dir gemacht haben. Ich bin sehr gespannt auf deine Erfahrungen. Welche davon gefällt dir am besten?

Wenn du mehr solcher oder ähnlicher Inspirationen und tiefere Einblicke in meine eigenen Erfahrungen möchtest, hüpfe einfach in meinen Newsletter, den „Kreativ-Letter WORTgewandt“. Mit einem Klick auf den Button kannst du dich eintragen.

Für heute wünsche ich dir ganz viel Freude beim Ausprobieren. Danke, dass du wieder hier vorbeigeschaut hast. Alle Liebe,

be happy & enjoy Life,

Deine Britta.

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