Mein Jahresrückblick 2025 – Chaos und Klarheit

Heute habe ich genau das richtige Setting, um auf mein Jahr 2025 zurückzuschauen. Ich habe es mir auf meinem Sofa gemütlich gemacht. Wenn ich zwischendurch beim Schreiben aufblicke, dann sehe ich draußen vor dem Fenster dicke Schneeflocken langsam tanzen. Die kahlen Baumgerippe des Winters sind alle in Weiß gekleidet. Dieses Bild wirkt auf mich sehr entschleunigend. Genau das will uns der Winter ja auch vermitteln – wir dürfen und sollten zur Ruhe kommen. Noch ist nicht die Zeit, um loszupreschen, auch nicht mit den Neujahrsvorsätzen (genau deshalb funktionieren die meistens nicht).

Also nutze ich heute diese gemütliche Winterruhe und reflektiere einmal mein Jahr 2025 und nehme Dich mit in meine Up’s und Down’s, in meine Erfolge und in meine Struggles. Lass uns loslegen ….

Mein Jahr 2025 in einem Wort

Müsste ich mein Jahr 2025 in einem Wort beschreiben, so wäre dieses Wort: KLARHEIT. Ich bin übers Jahr durch so manche Tiefen spaziert. Uralte Themen tauchten auf, von denen ich dachte, sie längst aufgelöst zu haben. So entstand zwischendurch immer wieder besagtes Chaos aus der Überschrift dieses Artikels.

An manchen Stellen hatte ich das Gefühl, als würde ich mich im Kreis drehen, oder wie es in einigen Gesellschaftsspielen so schön heißt: Alles zurück auf Anfang. Das Leben meinte wohl, ich brauche noch ne Extra-Runde, bevor ich einige Blockaden dann endgültig loslassen konnte. Diesmal für immer!

Dieses Bild beschreibt mein Gefühl zum Jahresende 2025

Meine Struggles 2025

Um Dich mitzunehmen in meine Hintergrundgeschichte, zeige ich Dir einige Themen, die weit zurückführen bis in meine Kindheit. Lass mich Dir hier ein paar grundlegende Ursachen vor Augen führen, einfach damit Du die Erfahrungen, von denen ich Dir anschließend berichte, besser nachvollziehen kannst.

Ich bin 68er Baujahr, also hineingeboren in eine stockkonservative Zeit. Vielleicht kam ich aber auch nur in eine sehr konservative Familie, denn schließlich waren auf der anderen Seite die „Blumenkinder“ bzw. die „Flower-Power-Bewegung“ schon sehr präsent. Was ich dagegen bereits sehr früh lernte, war:

  • Mädchen sind brav und zurückhaltend.
  • Sie reden nur, wenn sie gefragt werden.
  • Mädchen/Frauen zeigen nie zu viel Haut durch ihre Kleidung.
  • Sie geben keine Widerworte und passen sich an.
  • Mädchen tun alles, damit die „Leute“ keinen Grund haben, ihnen Schlechtes nachzusagen.
  • Bescheidenheit ist eine Zier …

Also der Klassiker: Ich bekam die Erziehung, wie viele andere Mädels in dieser Zeit auch, geprägt vom Sich-Verbiegen, Zurückhalten und Anpassen. Jedoch war ich dann in meiner pubertären Phase regelrecht eine Rebellin – allerdings nur, wenn meine Mutter nicht in der Nähe war. Gesellschaftliche Prägungen und persönliche Erfahrungen taten den Rest. Ich war brav und verbog mich täglich, um alle anderen Menschen zufriedenzustellen, nur nicht mich selbst.

Meine persönlichen Herausforderungen

Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass ausgerechnet 2025 noch einmal geballt alles hochkam: jede Menge Zweifel – an meinem Verhalten, meinem Aussehen, meinen Denkweisen, meinen Gefühlen, meinen Entscheidungen. Allerdings eher in Bezug auf: „Was andere wohl darüber denken?“.

Gegen Jahresende wurde dann aber eine Stimme in mir wach, die alle Zweifel einfach einriss. Meine Mantren über das Jahr wurden:

Dabei geht es überhaupt nicht um Rücksichtslosigkeit oder fehlenden Respekt anderen Menschen gegenüber. Nein, diese Mantren helfen mir, meine eigenen Grenzen zu verteidigen, liebevoll, aber konsequent.

in der Natur bekommt meine Kreativität buchstäblich Flügel

Der Kampf mit meiner Mutterrolle

Mein ältester Sohn machte leider noch die Erfahrung der angepassten, konservativen Erziehung. Doch er wurde bald zum Rebellen, wollte einfach nicht ins System passen. Du kannst Dir vorstellen, dass mich das damals extrem herausgefordert hat. Heute bin ich echt froh darüber, denn bis zum heutigen Tag arbeitet er erfolgreich an seiner wunderbaren Individualität.

Bei meinem zweiten Sohn und meiner Tochter änderte sich schon einiges, ich hinterfragte bereits viel mehr das gesellschaftliche System, wusste aber noch nicht, wie wir uns in gesundem Maße loslösen können. Doch der Same war gelegt und keimte, jedes weitere Jahr ein wenig mehr.

Der große Shift kam jedoch erst 2025. Seit nunmehr 4 Jahren führe ich einen regelrechten Kampf, mit Ämtern und dem Gesundheitswesen, in dem man mir immer wieder klar machen wollte, dass ich meine Mutterrolle verfehlt habe, weil ich nicht dafür sorge, dass meine Kinder ins System passen. Der letzte Angriff brachte dann das Fass zum Überlaufen. Nun ist endgültig Schluss mit der Zurückhaltung. Was habe ich mir alles anhören müssen, bin buchstäblich gegen Wände gelaufen, habe mir jede kleine behördliche Hilfe und Unterstützung sehr hart erkämpfen müssen.

All das hat dafür gesorgt, dass die Löwen-Mutter in mir aufgewacht ist. An der kommt niemand mehr vorbei und sollte sich warm anziehen.

Diese Entwicklung – das Erwachen meiner inneren Stärke, das Einstehen für meine Werte und die Verteidigung meiner Grenzen, ausgehend von der Mutterrolle – zieht sich inzwischen durch jeden Lebensbereich. Dafür bin ich unfassbar dankbar.

Meine berufliche Ausrichtung

In diesem Jahr bin ich an meinen wunden Punkt gegangen: Ich habe mich mit dem Thema Marketing intensiv auseinandergesetzt. Nicht, weil ich das wollte. Hab ich doch dieses Thema immer wieder erfolgreich vor mir hergeschoben. Jetzt aber konnte ich nicht mehr wegsehen. Doch es wurde sogar ziemlich interessant. Ich habe mega viel dazugelernt.

In dem Zusammenhang musste ich mich auch mit meiner „Nische“ beschäftigen, wie es so schön heißt. Zweimal habe ich mich also festgelegt im Laufe des Jahres, und was soll ich sagen: Es hat sich extrem nach einem Korsett angefühlt. Auf keinen Fall nach mir.

Bei anderen Business-Menschen mag das durchaus auch seine Berechtigung haben. Nicht bei mir, wie ich in den letzten 3 Monaten des Jahres festgestellt habe.

Ich bin bunt! Meine Themen sind bunt! Für mich gibt es keine Nische! Es sei denn, die Nische heißt „bunte Vielfalt“. Also muss ich mich gar nicht festlegen, wenn es mir nicht guttut. Je mehr ich mich diesen Gedanken geöffnet habe, desto mehr Menschen traf ich, die mit ihrer Vielfalt sehr erfolgreich sind.

Das habe ich mir aus 2025 mitgenommen und werde es weiter verfeinern.

Meine Erfolge 2025

Neben all dem Chaos, in dem ich mich im Laufe des Jahres bewegte, konnte ich doch so manchen Erfolg verzeichnen. Darauf bin ich richtig stolz. Lass es mich einmal aufzählen:

  • Mehr Zeit für Auszeiten: Im Jahr 2025 waren wir deutlich öfter unterwegs in Sachen „Gutes für die Seele“. Lesungen, einige Konzerte und deutlich mehr Auszeiten (auch einfach mal nur an Wochenenden) mit unserem alten Wohnwagen „Max“ sorgten für extrem wichtigen Ausgleich.
  • Mehr Zeit im Alltag: Gefühlt mein ganzes Leben lang habe ich schon zu wenig Zeit. Mein Wunsch war oft: Mein Tag soll bitte 48 Stunden haben. Ein Perspektivwechsel in meinem Denken brachte kurz vor Jahresende die große Wende. Mir ist so klar, warum immer Zeit gefehlt hat. Als hätte jemand in meinem Kopf einen Schalter umgelegt. Plötzlich ist klar: Zeitmangel hat nur etwas damit zu tun, was ich zu meinen Prioritäten mache. Unfassbar! Und es funktioniert.
  • Mich selbst wichtig nehmen: großes Thema schon mein Leben lang. Du hast ja weiter oben gelesen, wie ich aufgewachsen bzw. geprägt worden bin. Das ganze Jahr über führte ich einen inneren Kampf. Von „Ich nehme mich wichtig, dann bin ich egoistisch“ zu “ Wenn es mir gut geht, kann ich viel besser für andere da sein“. Was haben sich meine inneren Überzeugungen gewehrt. Plötzlich – auch hier zum Jahresende – ist die Veränderung reingeknallt, wie ein Blitz. Durch ein Buch, das ich gelesen habe. Eigentlich zwei, ich führe sie Dir unten in der Zusammenfassung auf.
  • Berufliche Klarheit in der Vielfalt: Seit 2 Jahren versuche ich, meine Nische zu finden. Hab mich erst auf ein Thema festgelegt, dann wieder auf ein anderes. Und nie hat es sich nach MIR angefühlt. Das sorgte zunehmend für Verwirrung nach dem Motto „Was macht sie denn nun eigentlich?“. Heute macht mich meine Vielfalt aus. Ich bin Autorin, Bloggerin, Holistic Life Coach und Aroma-Expertin. Vermutlich sogar noch viel mehr. Das ist meine Spielwiese! Trotz der Vielfalt ist viel mehr Klarheit da, für mich und alle anderen.
  • Ich schreibe am nächsten Buch: „Vom Schreiben kann man nicht leben“, diesen Glaubenssatz haben mir viele Menschen so lange gesagt, bis er sich tief in mir eingenistet hat und unbewusst seine Wirkung ausbreitete. So hatte ich das Bücherschreiben zwischenzeitlich komplett zur Seite geschoben. Stell Dir das einmal vor – meine große Leidenschaft. Doch mit diesem Satz habe ich gründlich aufgeräumt. „Natürlich kann ich vom Schreiben leben“ hat mich jetzt zu vielen tollen Möglichkeiten geführt. Die Kraft des lösungsorientierten Denkens. Klingt einfach, war aber extrem nervig, dort erst einmal hinzukommen. Aber ich habe es geschafft.
  • Ich verteidige meine Grenzen: Im Jahr 2025 habe ich mich sehr viel mit mir beschäftigt, einfach, weil es an der Zeit war. Um aber überhaupt meine Grenzen verteidigen zu können, musste ich mich damit auseinandersetzen, was meine wichtigsten persönlichen Werte sind, wer ich sein möchte, wie ich denken und fühlen will und wo ich eigentlich konkret hin will in meinem Leben. Oft wissen wir ganz genau, was wir nicht mehr wollen. Das ist schon mal gut. Aber was dann stattdessen? Da hapert es ganz oft, weil wir unseren Nordstern im Leben, unseren Richtungsgeber, teilweise oder ganz verloren haben. Ich auch. Doch diese innere Arbeit hat sich extrem gelohnt!
  • Mehr Zeit für mich: Durch die Änderung von Zeitmangel hin zu mehr Zeit haben, kann ich mir natürlich jetzt auch selbst mehr Zeit gönnen. Gehört eigentlich zu „Mich selbst wichtig nehmen“, verdient aber einen extra Aufzählungspunkt. Für alles, was mir in Bezug auf mich wichtig ist – Bewegung, gute Ernährung, meine Routinen, Lesen, Musik hören usw. – habe ich nun Zeit. Ist das nicht toll?! Ich habe über den Tag ganz neue Strukturen angelegt (die dennoch flexibel genug sind), um mir Gutes zu tun. Darauf bin ich wirklich stolz.

Mein Jahr in Bildern

Mein Jahr 2025 als kleine Statistik

  • Bücher des Jahres: „Die LET THEM Theorie“ von Mel Robins und „Gewinner erkennt man am Start, Verlierer auch“ von Dieter Lange
  • Top Song des Jahres: „Ficka“ von Sarah Connor
  • Erkenntnis des Jahres: „Wer sich dem Chaos stellt, gewinnt Klarheit.“
  • Ritual des Jahres: morgens ein Glas warmes Wasser trinken (zu den guten anderen Ritualen ist dieses wohltuende dazugekommen und darf gerne bleiben)
  • Gewinn des Jahres: das Retreat „Dance your Soul“ von und mit Veit Lindau in Ahrenshoop an der Ostsee (Mit dem Kauf eines signierten Exemplars von Veit Lindaus neuem Buch „Stunde der Wahrheit“ kam ich in einen Lostopf – und habe tatsächlich gewonnen. Unglaublich!!!)
  • Film des Jahres: „Wunderschöner“ (Dieser Film hat mich tief bewegt, zum Nachdenken angeregt und arbeitet noch immer in mir – Thema Patriarchat)
  • Serie des Jahres: „Virgin River“ (zum 3. Mal gesuchtet)
  • Erkenntnis des Jahres: „Lass los, damit Neues kommen kann.“
  • Mensch des Jahres: der Supermann – in dem ganzen Chaos übers Jahr war mein Mann der Fels in der Brandung für mich, hat mir immer wieder den Rücken gestärkt und mir Halt gegeben. DANKE!

Winter – Schnee und Sonne, schöner geht es kaum

Zu guter Letzt

Mein früheres Ich hätte definitiv gesagt: „Das Jahr war für die Tonne“. Aber das stimmt nicht. Wenn ich heute zurückblicke auf mein Jahr 2025, dann sehe ich, dass es eines meiner krassesten Entwicklungsjahre war. Ich bin gewachsen, habe viel dazugelernt, neue Erfahrungen gesammelt und tolle Menschen kennengelernt. In keinem anderen Jahr bisher konnte ich in so vielen Momenten so sehr im Hier und Jetzt sein (wie man so schön sagt) und Augenblicke genießen. Genau diese Momente bleiben im Vordergrund, trotz des ganzen Chaos. Früher wären sie einfach untergegangen in der ganzen Negativität.

Auch das ist eine meiner Errungenschaften – mit offenem Herzen durch die Welt zu gehen, viel positiver zu denken, ohne mir etwas krampfhaft schönreden zu wollen, das Lernpotenzial zu erkennen, auch wenn es oft erst mal ziemlich weh tut.

Ich entwickle immer mehr eine gesunde Gelassenheit. Natürlich ist da noch viel Luft nach oben, aber der Weg dorthin gefällt mir schon mal ganz gut. Darf ausgebaut werden.

Wenn Dich dieser Artikel inspiriert hat, lass mir bitte einen Kommentar da:

  • Wie war Dein Jahr 2025?
  • Wenn Du es in ein einziges Wort fassen müsstest, welches wäre das?

Teile ihn auch gerne mit Menschen, die dieser Beitrag auch inspirieren könnte. Vielen Dank an der Stelle, dass Du Dir die Zeit dafür nimmst.

Für das neue Jahr 2026 wünsche ich uns allen Gesundheit, viel Mut, eine gute Balance zwischen Entspannung und Abenteuer (im positivsten Sinne), Zeit zum Träumen, tolle Begegnungen mit wunderbaren Menschen, neue Erfahrungen, die uns noch mehr aufblühen lassen, und viel Zeit für alles, was uns glücklich macht.

Hab einen wundervollen Tag, denke immer wieder an Pausen und gib gut auf Dich Acht.

Be happy & enjoy Life,

Deine Britta.

PS: Ein großes Dankeschön geht an Judith Peters, die im Rahmen des „Jahresrückblog“ die Möglichkeit der Verlinkung und Vernetzung bietet.

4 Gedanken zu „Mein Jahresrückblick 2025 – Chaos und Klarheit“

  1. Liebe Britta,
    deine Reise durchs Jahr klingt anstrengend und gleichzeitig aufregend! Viele deiner Gedanken und Kreiselerfahrungen kann ich teilen. Was ein gutes Mädchen so alles sein soll… ja, ich weiß genau, wovon du sprichst. Ich liebe deine Naturfotos, aber ganz besonders das Bild von dir im Sonnenblumenfeld. Genau so soll sich das Leben anfühlen, finde ich. Viel Erfolg auf der weiteren Reise. Möge sie bunt und abwechslungsreich sein und dabei immer wieder Ruhepausen und Momente der Klarheit mit sich bringen. Liebe Grüße, Esther. P.S. „Wunderschöner“ habe ich auch gesehen. Der Film hat mich sehr beeindruckt.

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  2. Liebe Namensvetterin,
    wow – was für ein Jahresrückblick. Ein toller Ansatz, mehr auf Dein Mindset und seine Veränderungen zurückzuschauen als auf Daten und Zahlen. Ich konnte vieles gut nachempfinden. Vor allem sprichst Du mir auch mit Deinen Statements zur Nische aus dem Herzen. Ich empfinde das als typisch für unsere Zeit, dass alle(s) und jede(r) in eine Nische zu passen hat. Genau, wie das Leben ist nicht alles nur entweder oder. Nicht schwarz oder weiß, sondern eben bunt. Und ich finde es gut, wenn wir das zeigen, bevor dieses Bewusstsein vor lauter Verbiegen und reinpressen in eine Nische verloren geht. Wem nützt es überhaupt, wenn jeder nur eine Nische bedient? Diese Frage habe ich noch nie beantworten können. Im Zweifel wohl nur dem Algorithmus….
    Wie auch immer: Ich wünsche Dir weiter viel Erfolg auf Deinem Weg, freue mich auf das neue Jahr mit viel gegenseitigem Wiederlesen und bedanke mich auch sehr für die im doppelten Wortsinne freundschaftliche Verlinkung in Deinem Jahresrückblick.
    Glückauf , wie man bei uns im Pott sagt
    Britta

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