#44 Ausgebrannt – wenn Stress uns krank macht

Wir alle kennen diese Tage, an denen wir mega unter Druck stehen, an denen wir von einem Termin zum nächsten hetzen oder die To-Do-Liste kein Ende nehmen will. Wir sind im „Tunnel“ und versuchen einfach nur zügig abzuarbeiten. Um am Abend erleichtert festzustellen, dass wir unsere Liste tatsächlich abhaken können und alle Termine erledigt sind. Wir sind stolz und erleichtert. Doch wir sind auch völlig erschöpft. Im besten Falle bleiben uns noch ein paar Stunden in unserer Freizeit, die wir für uns selbst verwenden könnten. In vielen Situationen fällt uns spontan entweder nichts ein oder wir haben einfach keine Energie mehr für eine Runde um den Block, durch den Park, etwas Sport oder sind viel zu müde, um ein Buch zu lesen. Eigentlich wissen wir schon ganz genau, dass wir nach den ersten Seiten sofort einschlafen würden. Im schlimmsten Fall ist der Tag schon vorbei und unsere Liste noch nicht fertig abgehakt.

Wie oft zwingen wir uns so oder so dann doch noch zu irgendetwas, aber um welchen Preis? Letztendlich entsteht wieder ein Druck, der uns nur noch mehr erschöpft.

So oder so ähnlich geht es leider vielen Menschen. Das ist auch überhaupt nicht verwunderlich. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Schon als Kinder werden wir darauf konditioniert, dass wir etwas leisten müssen, um geliebt und anerkannt zu werden. In der Schule setzt sich das fort und geht weiter im Studium und/oder im Beruf. Und weil es sich bei Liebe und Anerkennung, also der Zugehörigkeit, um ein Grundbedürfnis von uns Menschen handelt, fällt es uns so unfassbar schwer, uns diesem System zu entziehen. Also leisten wir. Im Job, in der Familie und oft sogar in der Freizeit beim Sport u.v.m. Kurzzeitig überstehen wir das meist schadlos, doch auf die Dauer macht uns dieser Zustand krank.

Bitte verstehe mich nicht falsch, natürlich können wir all das nicht einfach sein lassen und nur noch in den Tag hinein leben. Wir wollen einer sinnvollen Arbeit nachgehen, um uns unseren Lebensunterhalt zu finanzieren, wir wollen uns liebevoll um unsere Familien kümmern und wir wollen Sport treiben, uns fit und gesund halten. Die Frage hier ist aber:

WARUM tust Du, was Du tust?

Wenn Deine Antwort ist „weil ich es möchte und weil es mir Spaß macht“, dann mach weiter. Doch ich gehe davon aus, dass Deine Antwort eher ist „…, weil ich es muss, schließlich möchte ich gesund und fit bleiben, schließlich braucht meine Familie saubere Wäsche und ein warmes Mittagessen, naja und die Miete muss ich auch zahlen können“. Sonst wärst Du vermutlich nicht hier bei diesem Artikel.

Wie Stress überhaupt entsteht

Bei allem, was wir MÜSSEN, entsteht automatisch Stress. Allein dieses Wort triggert uns so sehr, dass wir unter Druck geraten. Warum ist das so?

Zum einen wird hier unser ganz natürliches Bedürfnis nach Autonomie sehr stark eingeschränkt. Wir haben das Gefühl, nicht eigenständig entscheiden zu dürfen. Wir MÜSSEN etwas tun, bekommen es quasi übergestülpt als Regel eines anderen oder der Gesellschaft. Oft sogar von uns selbst, weil wir uns in ein System zwängen, in das wir nicht hineinpassen. So versuchen wir, unser Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu befriedigen. Das gilt im Großen, also im Job oder gesellschaftlich, aber auch im Kleinen, nämlich in unseren Familien oder beim Umgang mit uns selbst. Wir haben Regeln unserer Vorfahren und später unseres Umfeldes übernommen, die wir nicht mehr hinterfragen. Wir haben sie einfach unbewusst zu unserer Wahrheit gemacht. Denn für unsere Vorfahren hat es anscheinend immer funktioniert. Es fühlt sich also SICHER an. Hier ist ein weiteres Grundbedürfnis von uns Menschen, das Bedürfnis nach Sicherheit. Unser Gehirn hat dabei einen großen Anteil. Wie Du schon aus früheren Artikeln weißt, ist die einzige Aufgabe, die unser Gehirn hat, alles dafür zu unternehmen, dass wir überleben. Und dabei spielt es keine Rolle, ob wir uns in der jeweiligen Situation wohlfühlen. Das ist wichtig zu verstehen. Unser Gehirn erkennt, unsere Eltern, unsere Vorfahren, unsere Kollegen und Freunde sind bei dem, was sie tun, am Leben geblieben. Und es erkennt, auch wir selbst sind bei dem, was wir täglich tun, nicht gestorben. So bescheiden sich auch alles anfühlen mag, wir haben es überlebt. Also ist es richtig und wir machen das so weiter. 

Und weil unser Gehirn ein Meister im Energie sparen ist, legt es hier zur Vereinfachung Automatismen an. Wir entwickeln Routinen. Bei Tätigkeiten, im Tagesablauf, in der Arbeit. Wir funktionieren und leben in einer Komfortzone, die sich für uns zumindest halbwegs sicher anfühlt.

Also sind es unsere eigenen (teils übernommenen) Regeln, unsere Glaubenssätze (Gedanken über uns selbst) und unsere Konditionierungen, damit unsere Sichtweisen und Einstellungen, mit denen wir uns selbst Stress erzeugen.

Stress entsteht IMMER in uns selbst, niemals im Außen! 

Der Weg aus der Stressfalle

Glaub mir, ich weiß, wovon ich spreche. Gleich zweimal habe ich mich selbst in einen Burnout manövriert. Nach dem ersten 2007 war ich einfach nur froh, wieder funktionieren zu können. Ich war der festen Überzeugung, ich habe alles im Griff. 10 Jahre lang ging das auch gut. Ich war zwar genauso unglücklich und gestresst, wie in den vielen Jahren vor dem ersten Burnout, aber zumindest hatte ich wieder die Fäden in der Hand, die Kontrolle. Was für ein fataler Gedanke. 2017 dann der zweite Burnout, nichts ging mehr. Ich war so am Boden, dass ich am liebsten meine sieben Sachen gepackt und mich auf einer einsamen Insel versteckt hätte, wo mich auch garantiert niemand finden wird. Dieser Gedanke ist so typisch für ausgebrannte Menschen. Sie sind so tief am Boden, dass sie sogar ihre Liebsten zurücklassen würden, nur um etwas Ruhe zu bekommen.

Das Problem bei so vielen stressbedingten Erkrankungen und auch beim Burnout ist, dass sie sich durch die Hintertür einschleichen. Wie so zaghafte Rauchschwaden, die heimlich durch Türschlitze kriechen. Es passiert nicht einfach Übernacht und am nächsten Morgen …. Peng ….. ist der Burnout da oder die Depression. Und das macht diese Erkrankungen so heimtückisch und gefährlich. Dazu kommt, dass andere meist Überforderung oder psychische Erkrankungen nicht sehen können. Auf sie wirken wir einfach nur merkwürdig, launisch und zickig. Ein Beinbruch wäre offensichtlicher. Und ist die Psyche dauerhaft krank, wirkt sich das auch körperlich und organisch aus. Unser gesamtes System ist betroffen. Doch soweit muss es nicht kommen. Es klingt eigentlich viel zu banal, um wirklich wahr zu sein. Aber glaube mir, ich habe es selbst erfahren. Die Schlüssel raus aus der Stressfalle sind tatsächlich Achtsamkeit und Perspektivwechsel gepaart mit innerer Arbeit an Deinen Glaubenssätzen und erlernten Überzeugungen.

Achtsamkeit bedeutet, dass Du aufmerksamer wirst, auf Signale Deines Körpers achtest. Dein Körper kommuniziert IMMER mit Dir! Wenn wir aber im Funktionsmodus sind, können wir die Impulse oft nicht hören. Zumindest die leiseren Signale. Dann werden sie lauter und wir ignorieren sie oder unterdrücken sie mit Tabletten, Alkohol und/oder Ablenkung. Also lerne wieder, Dich zu spüren und zu fühlen. Dann wird Dir sehr schnell klar, wo Du an Deine Grenzen stößt und etwas verändern solltest.

Perspektivwechsel bedeutet nichts anderes, als in so vielen Stress-Situationen wie möglich, einfach die Perspektive zu wechseln. Schiebe die jeweilige Situation gedanklich von Dir weg und betrachte sie aus einer neutralen Position, quasi aus einer Art Draufsicht. Mit Abstand kann man viel klarer sehen, wo etwas nicht rund läuft. Wenn es darum geht, dass Du etwas tun sollst, bei dem Du aber innerlich einen Widerstand spürst, gibt es eine Frage, die Du Dir mit verschiedenen Betonungen stellen kannst.

MUSS ich das jetzt tun?

Muss ICH das jetzt tun?

Muss ich das JETZT tun?

Allein diese Fragestellungen haben mir so oft geholfen. Probiere sie einmal aus und dann schau, was passiert. Du wirst so erstaunt sein.

Innere Arbeit bedeutet, dass Du Dich mit Deiner „Innenwelt“ beschäftigst. Das heißt, Du findest Deine negativen Glaubenssätze, die Dich blockieren. Hast Du sie gefunden, hinterfragst Du ihren Wahrheitsgehalt. Stimmt das wirklich? Im Anschluss kannst Du sie in positive Denkmuster verändern, die Dich motivieren und gut fühlen lassen. Im Laufe der Zeit werden so Deine schlechten, blockierenden Erfahrungen immer mehr ersetzt durch neue positive. Eine Abkürzung hierbei ist definitiv, gemeinsam mit einem Coach oder Therapeuten zu arbeiten. Zum Beispiel mit mir. 👍🏼😉

Geh den Weg in Deinem Tempo

Wenn wir losgehen, um uns ein Leben in Leichtigkeit und mit unseren eigenen Regeln erschaffen zu wollen, ist es unfassbar wichtig, Geduld zu haben und uns selbst genug Zeit für Entschleunigung, Veränderung und Integration zu geben. Was sich bereits seit unserer Kindheit fest eingeprägt hat, ist die Basis für all unsere bisherigen Entscheidungen. Diese Basis zu verändern, ist ein Prozess. Er braucht Zeit und jeder Mensch geht hier in seinem eigenen Tempo. Wir können nicht alles sofort umkrempeln. Also sei auch hier sehr achtsam mit Dir. Arbeite immer nur an einem Thema und dann gib Dir Zeit für Integration, bevor Du an das nächste gehst. Wenn wir auf mentaler Ebene etwas verändern, wirkt sich das auch auf unseren Körper aus. Er braucht diese Zeit, damit die Veränderung in jeder Zelle ankommen kann. Denn wir sind so vielschichtig und doch ist alles Eins. Und mit der Achtsamkeit schließt sich der Kreis. 

Da wir vom Leben immer wieder neue Aufgaben gestellt bekommen, werden wir vermutlich niemals fertig damit, uns zu entwickeln und zu entfalten. Das ist gut so. Denn mit jedem neuen Learning, mit jeder neuen Entwicklung fühlen wir uns leichter und freier, können immer entspannter mit diesen Aufgaben umgehen. Das ist auch meine persönliche Erfahrung. Niemand sollte in seinem Leben mehr kämpfen und sich beweisen müssen. 

Zu guter Letzt

Unser Leben verläuft nicht linear. Alles Geschriebene hier bedeutet nicht, dass wir irgendwann einmal alles verstanden haben. Das wird nicht passieren. Wir dürfen Gelassenheit kultivieren. Unsere Lebensentwicklung bewegt sich immer wellenförmig, aber mit innerer Arbeit wellenförmig aufwärts. Und mit jeder neuen Aufgabe, die wir lösen, werden wir ein Stückchen entspannter, lassen uns nicht mehr so schnell aus der Ruhe bringen, wenn die nächste Herausforderung an unsere Tür klopft. Ich spreche hier aus eigener Erfahrung.

Wie immer danke ich Dir von Herzen, dass Du bis hierhin bei mir geblieben bist. Lass mir gern einen Kommentar unter diesem Artikel oder auf Instagram da. Das hilft mir sehr, Themen für zukünftige Blogposts auszusuchen.

Möchtest Du aus dem Hamsterrad aussteigen, Dich befreien und ein selbstbestimmtes, entspanntes und glückliches Leben führen, weißt jedoch nicht genau, wie Du dorthin kommen kannst, melde Dich super gern bei mir. Lass uns zusammenarbeiten und ich werde all mein Wissen, meine Erfahrungen und mein Herz einfließen lassen. 

Hab ein zauberhaftes Wochenende mit vielen wundervollen Momenten, mach’s Dir schön und genieße es. Alles Liebe für Dich. 🥰

Be happy & enjoy Life ❤️,

Deine Britta. 🌻

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