#49 Liebe, was Du tust

Oh ja, ich liebe, was ich tue. Um diesen Artikel zu schreiben, habe ich es mir bei schönstem Sommerwetter auf meinem Balkon gemütlich gemacht. Und ich erzähle Dir das nicht, um etwa anzugeben. Nein, ich möchte einfach dieses tiefe Gefühl von Dankbarkeit mit Dir teilen. Neben mir eine Tasse Tee und mein Notizblock, vor mir überall sattes Grün und wunderschöne Blumen in den buntesten Farben. Am Himmel zieht ein Kleinflugzeug vorbei. Ich liebe das Geräusch von Kleinflugzeugen. Es ruft in mir ein Gefühl von Sommer wach, selbst in Zeiten, wenn gar kein Sommer mehr ist. Die Luft riecht nach Spätsommer, nach Stoppelfeldern mit Strohballen. Erinnerungen werden wach. An die Sommer aus meiner Kindheit, die ich auf dem Land bei meiner Oma verbracht habe. Unbeschwertheit, Lachen, über Wildblumenwiesen laufen, unter dem großen Apfelbaum liegen, in Pfützen springen nach Sommergewittern, leckerer Kuchen gebacken von meiner Oma, Erbsen und Möhren naschen im Gemüsegarten, Raupen absammeln von den Gemüseblättern und kreischend durch die Gegend laufen, weil mir eine Raupe in meinen Gummistiefel gefallen ist, Kirschen über die Ohren hängen, abends völlig aufgekratzt ins Bett gehen und doch sofort selig grinsend einschlafen. Eine wunderschöne Zeit. Unbeschwerte Leichtigkeit, die wir als Erwachsene so oft vermissen. Wann ist sie uns verloren gegangen? Und wie können wir sie wiederfinden?

Die Pause-Taste drücken

Zuerst einmal müssen wir stehen bleiben, die Pause-Taste drücken und anfangen zu beobachten, wie wir unser Leben führen. Mir war überhaupt nicht bewusst, wie sehr ich in der Vergangenheit durch mein Leben gerannt bin. Voll im Funktionsmodus mit straffen To Do Listen, Terminen, Haus samt Haushalt, großem Garten, 3 Kindern und Job. Wir lieben nicht mehr, was wir tun und beginnen, uns auf andere Weise glücklich zu machen. Wir kaufen und konsumieren für diesen einen schönen Moment, der dann doch wieder schnell verblasst und das tolle Gefühl nachlässt. So gehen wir immer wieder auf die Jagd im Außen nach schönen Dingen, die wir lieben. Aber Hand aufs Herz, wie lange lieben wir unser neues Auto, Handy, schicke Kleidungsstücke, Schmuck wirklich? Meist dauert es nicht lange und sie werden selbstverständlich. 

Wenn wir in jüngeren Jahren mit dieser Hetzerei begonnen und lange genug darin gefangen waren, hat unser Körper alles in einem Automatismus geparkt. Das macht er immer. Er möchte Energie sparen. Und darin ist er richtig gut. Ständiges aktives Durchdenken und Entscheiden würde uns komplett überfordern. Also befördert unser Gehirn alles, was öfter in gleichen oder ähnlichen Abläufen auftaucht, in eine Routine-Schublade. Und selbst das geschieht völlig unbewusst, auch darüber müssen wir nicht nachdenken. Mit anderen Worten, alles das, was öfter als 1mal auf unserer To Do Liste erscheint, wird automatisiert. 

So war es auch bei mir. In den ersten Jahren als Mutter konnte ich das noch recht gut bewältigen. Ich habe perfektionistisch jeden Tag danach gestrebt, meine Aufgabenlisten abzuarbeiten. Klappte das nicht, hab ich mich selbst verurteilt, ja hielt mich sogar für zu träge. Andere schaffen dieses Pensum doch auch. Also habe ich mich am nächsten Tag immer noch mehr angefeuert. Hatte ich alle Aufgaben am Abend abgehakt, war ich so richtig stolz und glücklich. Aber auch völlig energielos, erschöpft und entkräftet. Ich habe meinen eigenen Wert über meine Leistung und meinen Besitz im Außen definiert. Du ahnst es sicher schon …. mein Haupt-Glaubensmuster war „ich bin nicht gut genug“. Und es kreisten vor dem Einschlafen schon die Gedanken um die Aufgaben des nächsten Tages, so dass ich oft nicht gut ein- und durchschlafen konnte. Dabei wäre der Schlaf so wichtig gewesen für die Regeneration und zum Energie tanken. Was soll ich sagen, diese Art zu leben hat natürlich ihren Tribut gefordert. Für mich hatte das Leben die Pause-Taste gedrückt. In den Jahren danach habe ich versucht, einfach nur etwas langsamer zu gehen. Das hat nicht funktioniert. Zu tief saßen die festen energieraubenden Routinen. Sie hielten mich nach wie vor im Hamsterrad. Ich habe lediglich viel Kraft aufgewendet, damit es sich etwas langsamer drehen sollte. Und als ich bemerkt habe, dass dieser Weg nicht funktioniert, wurde mir schlagartig klar, dass ich den Ausgang suchen muss.

Aussteigen in 5 Schritten

Aus dem Hamsterrad auszusteigen, ist für die meisten von uns nicht ganz einfach. Denn das bedeutet, dass wir gnadenlos auf uns selbst zurückgeworfen werden. Das genau ist dann der Punkt, an dem wir damit beginnen dürfen, tief in unser Inneres einzutauchen. Und was wir hier vorfinden, wird uns nicht gefallen. Wir entlarven die alten hinderlichen Muster und Glaubenssätze, die wir im Laufe unseres Lebens gelernt, geglaubt und so zu unserer eigenen Wahrheit gemacht haben. Genau sie halten uns im Hamsterrad. Bedeutet, in unserer To Do Liste, egal, ob privat oder in der Arbeit, gefangen. Und wir fühlen uns schlecht, wenn wir im Alltag nicht die gewünschte Leistung erbringen können. Unser Gehirn ist zufrieden, weil alle einprogrammierten Routinen ablaufen konnten. Alles ist wie gewohnt und somit ist für unseren Kopf alles „sicher“. Ob sich das gut anfühlt, spielt für den Kopf hierbei keine Rolle. Was können wir also tun?

Schritt 1: Annehmen, was gerade ist

Dieser Schritt ist der Ausgangspunkt. Für mich damals einer der schwersten. Denn er bedeutet, dass wir erkennen können, was falsch läuft und es so akzeptieren, ohne uns dafür abzuwerten oder gar zu beschimpfen. Das bedeutet, wir nehmen eine neutrale Position ein. Von diesem Punkt aus können wir beginnen, etwas zu verändern.

Schritt 2: Kein Platz für Ungeduld

Ganz wichtig! Uns sollte klar sein, dass wir nicht über Nacht alles verändern können. Ein Auto können wir auch nicht einfach aufs Dach kippen und dann erwarten, dass es sofort weiterfährt. Wir müssten es zuerst umbauen. Und genau das machen wir auf dem Weg in die Veränderung mit den Mustern und Glaubenssätzen, die uns jahrelang behindert und eingeschränkt haben. Wir programmieren sie um.

Schritt 3: Minikleine Schritte

Wir dürfen mit ganz kleinen Schritten beginnen. Wenn wir uns ein Flugzeug vorstellen, bei dem der Pilot nur einen winzigen Prozentsatz den Kurs ändert, ist das im ersten offensichtlichen Moment nicht viel. Doch wenn er damit noch 10 Stunden weiterfliegt, dann kommt er nicht in Haiti an, sondern womöglich in Kanada. Bei der Vorstellung unseres Lebensstrahls geschieht genau das Gleiche. Am Anfang wirkt die kleine Veränderung ganz unscheinbar, doch wenn wir dabei bleiben, entwickelt unser Gehirn wieder eine neue Routine, die auf lange Sicht unser Leben nachhaltig verändern wird. Und auf diesem neuen Weg können wir ja immer wieder kleine Kurskorrekturen vornehmen.

Schritt 4: Mach Pausen!

Das ist mein voller Ernst. Ich wollte das nicht begreifen und schnell voran kommen. Aber dadurch fühlte sich mein Weg ganz zäh und klebrig an und ich hatte das Gefühl, überhaupt nicht voranzukommen. Das hat mich unfassbar viel Kraft gekostet. Ich musste also lernen, wie wichtig Pausen sind. Ja, mitten am Tag und obwohl noch nicht alles erledigt ist. Das war vielleicht eine Hausnummer. Jedesmal hatte ich ein schlechtes Gewissen und fühlte mich furchtbar, konnte die Ruhe oft nicht aushalten. Doch wenn wir uns diese Pausen nicht nehmen, dann können wir gar nicht sehen, ob und wo auf unserem Weg etwas nachjustiert werden darf. Oder ob wir vielleicht doch lieber einen ganz anderen Weg gehen sollten. Echtes Leben besteht nicht aus Rennen. Echtes Leben möchte eine gesunde Langsamkeit, möchte, dass wir unterwegs auch mal stehen bleiben und die Blumen am Wegesrand bewundern. Dass wir uns ins Gras legen, durchatmen und in die Wolken schauen und den Moment genießen, bis es weitergeht.

Schritt 5: Kultiviere Dankbarkeit

Schau einmal, was Du in Deinem Leben alles schon erreicht hast. Schau, was Du Dir erschaffen und aufgebaut hast. Ganz egal, ob beruflich oder privat. Was hast Du schon alles in Deinem Besitz? 

Oft richten wir unseren Fokus nämlich auf alles, was wir noch nicht haben, anstatt zu schauen, was bereits da ist. Das macht uns ein schlechtes Gefühl. Sei stolz auf Dich und dankbar für das, was Du geschafft hast und was schon da ist. Dankbarkeit ist eines der stärksten Gefühle. Wenn wir dankbar sind, für unser Leben, für unsere Liebsten, für unsere Gesundheit, dann werden wir auch immer offener für all die kleinen wundervollen Dinge, Menschen, Gesten, Naturschauspiele, die immer um uns herum sind, die wir in unserem Stress aber sonst nicht sehen können. Automatisch verändert sich Stück für Stück unsere innere Welt und damit unser Fokus. Immer besser kommen wir aus dem Funktionsmodus und können beginnen zu leben. Mit Haut und Haaren. Und die Dankbarkeit verändert Schritt für Schritt unser eigenes Selbstbild.

Dankbarkeit

Anfangs ist mir das mit der Dankbarkeit wirklich sehr schwer gefallen. Doch mir haben die minikleinen Schritte geholfen. Ich habe mich ganz langsam herangetastet und siehe da, Stück für Stück konnte ich den wirklichen Reichtum in meinem Leben sehen. Das, was wirklich wichtig ist. 

Anfang 2022 war ich dann am Rand meiner Komfortzone angekommen. Ich hatte quasi Blut geleckt. Ich konnte sehen, dass alles, was ich bis hierhin verändert habe in meinem Leben, nur der Anfang war. Und ich fühlte mich damit schon bedeutend wohler und freier. Doch immer lauter wurde eine ganz tiefe Sehnsucht. Ich wusste, dass ich mein bestes Leben da draußen finden werde, dass ich erst dann, wenn ich über meine Komfortzone hinausgehe, wirklich glücklich werden kann. Mein Kopf meldete sich sofort und hat mir versucht, Angst zu machen, damit ich da bleibe. Aber mein Herz wurde immer lauter. Es wollte der Sehnsucht folgen. Also hab ich im Frühling 2022 meinen Job gekündigt und bin gesprungen. In meine Selbständigkeit, habe Ausbildungen absolviert und unfassbar viel über mich selbst gelernt. Es war nicht immer leicht. Zwischendurch hat mir das Leben ziemlich große Aufgaben gestellt. Wie sehr will sie es wirklich? Also hab immer ein starkes „WARUM“.

Zu guter Letzt

Und nun sitze ich hier und schreibe diesen Post. Ich muss schmunzeln. Ja, es war definitiv der richtige Weg. Und nein, mich kann nichts und niemand mehr zur Umkehr bewegen. Ich habe mich mit mir selbst beschäftigt und erkannt, dass es IMMER meine eigene Entscheidung ist. Ich entscheide, ob ich im Leben stehen bleibe, ob ich jammere, oder ob ich mir mein besten Leben selbst gestalte. Ich bin unaufhaltsam geworden und dafür bin ich extrem dankbar. Ich hole mir immer wieder wunderschöne Momente der Leichtigkeit in meinen Alltag. Fast so, wie in Kindertagen. Ich liebe so sehr, was ich tue. In jedem meiner Lebensbereiche. Und was ich erreicht habe, kann jeder andere Mensch auch. Deshalb hab ich es mir zur Aufgabe gemacht, gerade Frauen darin zu unterstützen, auch aus ihrer Komfortzone zu gehen. Frauen, die am gleichen Ausgangspunkt sind, wie ich es damals war. Natürlich ist der gesamte Weg noch viel umfangreicher, als ich es hier in der Kürze beschrieben habe. Doch mir war wichtig, hier deutlich zu machen, dass alles möglich ist. Wir müssen uns nur entscheiden. Und es tut richtig gut, auf diesem Weg jemanden an seiner Seite zu haben, der wirklich zuhört, berät und begleitet, den Rücken stärkt. Wenn Du so jemanden brauchst, scheue Dich nicht und melde Dich bei mir. Ich stehe an Deiner Seite und begleite Dich mit Kompetenz und Herzenswärme.

Am Ende bleibt mir nur noch zu sagen, wie sehr ich mich über Dein Interesse und Deine Ausdauer freue. Du hast bis hierhin durchgehalten. Ich danke Dir von Herzen. Nun hüpfe in Dein Wochenende und Machs Dir richtig schön. Alles Liebe für Dich. 🥰

Be happy & enjoy Life ❤️,

Deine Britta.🌻 

1 Gedanke zu „#49 Liebe, was Du tust“

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