#39 Wechseljahre – Konfrontation mit dem eigenen Selbst

Die Menopause ist eine Zeit, die wirklich jede Frau vor völlig neue Herausforderungen stellt. Ganz egal, ob die Nebenwirkungen sehr heftig oder eher mild sind. Hier kann ich aus eigenen Erfahrungen berichten. Dabei stellt der körperliche Aspekt nur eine Ebene dar. Eine andere, die oft überhaupt nicht oder nur wenig beachtet wird, ist die psychische Ebene. Auch hier passiert während den Wechseljahren unglaublich viel. Hormonelle Disbalancen wirken einerseits auf unsere Psyche, andererseits befinden wir uns gerade jetzt an einem Punkt in unserem Leben, an dem wir beginnen, zu hinterfragen und zu reflektieren. Kommt dir das bekannt vor?

Meist treten wir in die Menopause zu einer Zeit ein, in der unsere Kinder schon größer oder in der Pubertät sind, vielleicht sind sie sogar schon aus dem Haus und leben ihr eigenes Leben. Das heißt, wir sind nun in einer Situation in der wir uns wieder mehr mit uns und unseren eigenen Bedürfnissen beschäftigen können. Spätestens Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Ängste, vaginale Trockenheit und Co. rufen nach unserer Aufmerksamkeit. Wir MÜSSEN nun hinschauen und in die Selbstfürsorge kommen, unseren Körper unterstützen.

Das Leben wirft uns in dieser Zeit knallhart auf uns selbst zurück. Es ist Zeit, ein Resümee zu ziehen, wie unser Leben bisher verlaufen ist. Wo sind unsere Baustellen, körperlich und mental. Wo haben wir uns in der Vergangenheit nicht gut genug um uns selbst gekümmert? Was wünschen wir uns für unsere Zukunft? Wie wollen wir uns fühlen? Nun bricht die zweite Lebenshälfte an. Wie wollen wir sie gestalten?

Darum soll es heute gehen, wir sehen uns heute einmal unsere körperlichen und vor allem seelischen Bedürfnisse an. 

Die Endlichkeit unseres Lebens annehmen

Etwa um das 40. Lebensjahr beginnt in unserem Körper der hormonelle Umschwung und damit die Premenopause. Viele Frauen spüren in dieser Zeit noch nichts davon, bei einigen zeigen sich erste Hinweise, die meist noch nicht unmittelbar mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht werden. Im Durchschnitt zwischen 43 und 45 Jahren geht dann langsam die Post ab. Die Perimenopause schließt sich an. Hormonell ist hier ein ähnliches Chaos im Körper, wie in der Pubertät. Und alle Frauen, die ihr jetzt gerade Kinder zu Hause habt, die in der Pubertät sind …. ihr habt mein vollstes Mitgefühl. Hier treffen Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich doch in gewisser Weise ähnlich sind. Ich kenne das, denn genauso sieht meine Situation zu Hause gerade aus. Mit pubertärem Teenager. 😉

Die Beschwerden häufen sich zunehmend und machen uns das Leben schwer. Das Thema „Altern“ und die Endlichkeit unseres Lebens werden uns jetzt viel bewusster und machen auch Angst. Wir haben reichlich Lebenserfahrung angesammelt. Natürlich sollten wir im Idealfall jeden Tag unseres Lebens so erleben, als wäre es unser letzter. Doch Hand aufs Herz, wer schafft das zwischen arbeiten gehen, Kindern, Haushalt und was da noch so jeden Tag auf uns wartet schon? Ich selbst bin bei meiner Eigenbilanz nicht so gut weggekommen. Da gäbe es so Vieles, was ich um ein vielfaches schöner, leichter und besser hätte gestalten können. Aber Achtung: der Grat zwischen Schuld, Selbstvorwürfen, Verurteilung auf der einen und Erkenntnis, Zuversicht und Verbesserung auf der anderen Seite ist sehr schmal. 

Du darfst die Erkenntnisse und dein bisheriges Leben annehmen und dir bewusst machen, dass du in jeder vergangenen Situation IMMER so gehandelt und entschieden hast, wie du es eben gerade am besten konntest. Das ist ganz wichtig!

Unterstützen kannst du dich hierbei wunderbar mit ätherischen Ölen, zum Beispiel Bergamotte, Muskatellersalbei, römische Kamille und Weihrauch. Sie wirken körperlich, emotional und sind sehr intensiv. Zu den ätherischen Ölen habe ich schon einen Artikel geschrieben. Lies dich hier gerne einmal ein, du findest ihn hier.

Perimenopause – Achterbahnfahrt der Emotionen und Chance

Die Perimenopause fühlt sich für die meisten Frauen an, wie eine rasante Fahrt in der Achterbahn. Du befindest dich jetzt mitten in den Wechseljahren. Einmal das komplette Schleuderprogramm bitte. Diese Phase wird dich einige Jahre begleiten. Die unangenehmen Begleiterscheinungen werden mehr und intensiver. Schlafstörungen, Hitze-Schübe, depressive Verstimmungen, Verdauungsstörungen, Herzklopfen, trockene Haut, Haarausfall, Brustspannen, Rückenschmerzen, Reizbarkeit, Inkontinenz, Schwindel, Konzentrationsschwierigkeiten usw. Du kannst jetzt in den Widerstand und inneren Kampf gegen die Wechseljahre und deren unangenehme Begleiter gehen. Doch das wird die Situation nur verschlimmern.

Du kannst aber auch die Umstände annehmen, genauso wie sie sind. Trotz aller Unannehmlichkeiten. Sieh sie als Chance. Dank deiner Lebenserfahrung bist du in der Lage zu erkennen, was bisher in deinem Leben schief gelaufen ist. Mit welchen Menschen hast du dich umgeben? Auf welcher Grundlage hast du bestimmte Entscheidungen getroffen? Wie hast du dich um deinen Körper gekümmert? Hast du dich überwiegend ausgewogen ernährt? Wie war bisher dein Stress-Level? Hattest du genügend Ausgleich z. B. durch Bewegung? Konntest du dich gut um deine Bedürfnisse kümmern? Hattest du ausreichend Rückzug und Zeit für dich? Und wie hast du dich um deine geistige Entwicklung kümmern können? An dieser Stelle noch einmal das Stichwort „Resümee“. Ziehe eine Zwischenbilanz. Doch versuche, deine bisherigen Entscheidungen und Handlungen nicht zu verurteilen oder zu bewerten. Sieh sie als Grundlage für neue Entscheidungen im Hier und Jetzt. Du kannst heute bewusst neu wählen. Deine bisherigen Erfahrungen haben dich zu dem wundervollen Menschen werden lassen, der du heute bist. Nun kannst du auf all deine Erfahrungen aufbauen. All deine Lebensweisheiten ermöglichen dir heute einen völlig neuen Blick auf dich, auf dein Umfeld und auf die Welt. Wenn du es zulässt und dich dafür öffnest. In den Wechseljahren verbirgt sich eben auch eine riesengroße Chance, dein Leben auf das nächste Level anzuheben.

Wenn nicht schon geschehen, dann eröffnet dir spätestens dieser neue Lebensabschnitt die Möglichkeit, deinen ganz persönlichen Lebenssinn zu finden. In jüngeren Jahren definieren wir viel zu oft unseren Sinn über unsere Familie, über unsere Kinder oder sogar über materielle Dinge, wie Häuser, Autos, Motorräder etc.

Hast du dir schon einmal überlegt, wie du die immer mehr frei werdende Zeit für dich nutzen möchtest? Der zeitliche Aufwand für die Kinderbetreuung nimmt stetig ab. Was tust du also? Dich in Arbeit stürzen, dich mit sinnlosen Tätigkeiten ablenken und vielleicht sogar den Zeiten nachtrauern, als mit den Kindern das Haus oder die Wohnung noch voller Leben war?

Lass los!

Lebenssinn, Freiheit und Abenteuer

Mach dir bitte bewusst, dass dir diese Zeit auch eine riesengroße Freiheit schenkt. Du kannst dich geistig weiterbilden, dir endlich Zeit für dein so geliebtes Hobby nehmen, deinen Lebenssinn erkennen und dementsprechend deine Zukunft gestalten. Was hast du als Kind schon immer super gerne gemacht? Du kannst mit deinem Partner endlich wieder viel mehr Zeit als Paar, statt immer als Eltern, verbringen. Du kannst Abenteuer erleben, allein, mit deinem Partner oder Freunden. Erkenne …. mit den Wechseljahren ist das Leben noch lange nicht zu Ende. Zum Glück!!! Finde wieder die Verbindung zu deinem inneren Kind und lasse es immer wieder toben. Und bitte lass dir von niemandem erzählen, du wärst für irgendetwas zu „alt“. Das sind die Regeln der anderen. NICHT DEINE! Unser Gehirn ist in der Lage, bis ins hohe Alter zu lernen. Diese Fähigkeit sollten wir unbedingt nutzen, uns ausprobieren, Neues wagen. Mit ganz viel Freude am Sein und mit Leichtigkeit.

Zu guter Letzt …

Nun wendest du bestimmt ein, dass das Alles leicht gesagt ist. Denn die Beschwerden, ganz besonders in der Perimenopause, sind nun einmal da und höchst unangenehm. Und wie sollen wir unseren Lebenssinn finden und Abenteuer erleben wollen, wenn wir uns einfach hundeelend fühlen? 

Natürlich schaffen wir diesen Shift nicht im Handumdrehen. Doch, wie ich in einem früheren Beitrag zu den Wechseljahren schon einmal geschrieben hatte, sind wir unseren Beschwerden überhaupt nicht hilflos ausgeliefert. Wir können jede Menge für uns tun und unseren Körper unterstützen. Auch schon in jüngeren Jahren. UND wenn du dich gut um deinen emotionalen Zustand kümmerst, hat auch das natürlich erhebliche Auswirkungen auf dein körperliches Wohlbefinden. Aber darum soll es heute nicht gehen. Heute wollte ich mich ausschließlich mit unserem Seelenleben beschäftigen. Denn letztendlich gehört alles zusammen. Körper, Geist und Seele. Und deshalb ist der Artikel heute dem Geist und der Seele gewidmet.

Wenn du Fragen dazu hast, wie du dir selbst bei körperlichen Beschwerden helfen oder wie du eine gesunde Balance in allen Bereichen des Frauseins finden kannst, melde dich sehr gern bei mir. Trau dich. Ein erstes Kennenlern-Gespräch ist absolut kostenfrei und völlig unverbindlich. Ich begleite dich gern ein Stück und helfe dir dabei, genau deine Antworten zu finden. Denn sie sind alle schon in dir. Vielleicht kannst du sie im Moment nur noch nicht sehen.

Ich wünsche mir von Herzen, dass dich dieser Beitrag inspirieren und dir nochmal ein Stück die Angst vor den Wechseljahren und den unschönen „Nebenwirkungen“ nehmen konnte. Kümmere dich gut um dich, gönne dir Ruhe und Abenteuer. Die Balance eben. Alles Liebe für dich.

Be happy & enjoy Life ❤️,

deine Britta. 🌻

Foto: Britta Thiele, Sonnenkind-Zeit

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